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2017

Todestag

 
 
 
Hubert Mommer

Als Sänger ein guter Freund,
als Musiker ein Mann der Tat,
als Dirigent bescheiden im Hintergrund
 
 
 
 
Sein musikalisches Lebenswerk stand über Jahrzehnte hinweg im Zeichen hochstehenden Chorgesangs und der Erbauung seiner Mitmenschen. Als Organist widmete er sich immer wieder und bis ins hohe Alter dem Lobpreis Gottes. Wie ein roter Faden durchzieht Hubert Mommers musikalisches Wirken die Entwicklung des Vereins, dessen Fortbestand ihm in manchen kritischen Augenblicken mit zu verdanken war.
 
 
In jungen Jahren
Hubert Mommer wurde am 6. Mai 1896 als jüngstes von zwölf Kindern in die musikliebende Familie des Eupener Chorleiters und Marienchor-Gründers Robert Mommer und dessen Ehefrau Iohanna JancIaes hineingeboren. Im Alter von acht Jahren begann er mit dem Klavierunterricht. Und mit fünfzehn Jahren (1911) leitete er – nicht ohne Lampenfieber – zum ersten Mal den Marienchor. Offizielles Mitglied allerdings wurde er erst drei Jahre später, im Jahr 1914, dem Jahr, als er sein achtzehntes Lebensjahr vollendete, gemäß den Statuten des Vereins.
 
 
Jahrzehntelange Treue
Mit diesem Beitritt sollte eine 70-jährige Mitgliedschaft – eine „Gnadenmitgliedschaft“  – seinen Lauf nehmen. Von 1911 bis 1943 unterstützte er in seiner Eigenschaft als Vizedirigent seinen Bruder, Willy Mommer sen. Nach dessen Tod im Jahre 1943 übernahm er die Chorleitung und brachte so den Chor durch die Jahre der Kriegswirren. Als im Jahre 1947 Willy Mommer jun. den Dirigentenstab übernahm, ernannte die Chorgemeinschaft Hubert Mommer zum Ehrendirigenten. Auch in den Nachkriegsjahren war er jederzeit bereit, für den vielbeschäftigten Neffen Willy einzuspringen. Nach dessen Tod im August 1972 leitete er wieder einmal den Marienchor und half aktiv mit bei der Suche nach einem würdigen Nachfolger.
 
 
Musikalische Aufgaben
Hubert Mommer hatte außer seiner Mitgliedschaft im Marienchor noch zahlreiche andere musikalische Aufgaben:
  • Ab 1911 war er während 20 Jahren Organist an der Klosterkirche;
  • 1915 und 1916 war er Küster und Organist in Walhorn, was ihm sonntags viele Kilometer auf dem Fahrrad bescherte;
  • von 1922 bis 1946 dirigierte er den Cäcilienchor in Membach, später war er dort auch Küster und Organist;
  • von 1927 bis 1940 war er Chorleiter der „Liedertafel Eupen“;
  • von 1930 bis zum Kriegsausbruch dirigierte er den Cäcilienchor in Lontzen, später erneut ab 1960 bis 1970 und von 1956 bis 1968;
  • in Gemmenich war er Küster, Organist und Chorleiter des Gregoriuschores;
  • 1969 gründete er den Kirchenchor von Herbesthal neu und war dessen Dirigent bis 1976. Später wurde er dort zum Ehrendirigenten ernannt.
 
 
Mit 15 Jahren zum ersten Mal am Dirigentenpult
Im Jahr 1911 wurde Hubert Mommer mit fünfzehn Jahren Organist an der Klosterkirche und leitete,  nicht ohne Lampenfieber, den Marienchor seines Gründervaters. Zu welchem Anlass Hubert Mommer sein erstes Dirigat ausführte ist nicht bekannt.
Weitere Infos:
 
 
Hubert Mommer wird Chormitglied
Offizielles Mitglied wurde er im Jahr 1914, dem Jahr, als er sein achtzehntes Lebensjahr vollendete, gemäß den Statuten des Vereins.
Weitere Infos:
 
 
 
Ein neuer Dirigent
Nach dem plötzlichen Tod Willy Mommers im August 1972 war der Marienchor ratlos: wer sollte die Nachfolge antreten? Chorfreund Hubert Mommer hatte da eine gute Nase! Am Donnerstag, 5. Oktober 1972 stellte er der Chorgemeinschaft den Musikpädagogen Ferdinand Frings aus Vaals (NL) vor. Und so wurde vorgesungen, Herr Frings dirigierte ihm bekannte und unbekannte Chöre und studierte an diesem Abend bereits mit uns ein Volkslied ein. Auf der Probe vom 13. Oktober wurde Herr Frings mit 22 Ja-Stimmen (bei 2 Enthaltungen) zum neuen MCE-Chorleiter ernannt. Die erste Probe unter seiner Leitung fand am 27.Oktober statt. Hubert Mommer hatte dem Chor einen Bärendienst erwiesen, wie sich später herausstellen sollte…
Im Portrait
  • Ferdinand Frings > Mehr (PDF)
 
 
 
Auf Abruf
Im Herbst 1974 erkrankte Chorleiter Ferdinand Frings, sodass er nicht imstande war, das Dirigat zu führen. Wieder einmal war Hubert Mommer zur Stelle und übernahm ad interim die Leitung am Pult im Verlauf mehrerer Konzertverpflichtungen. Ferdinand Frings bedankte sich auf der Jahreshauptversammlung vom 8. März 1975 ausdrücklich: „(…) Mein Dank an Herrn Hubert Mommer für die spontane Hilfsbereitschaft gelegentlich meiner Krankheit. Den Sängern gilt mein Dank für den gezeigten Eifer.(…)“
 
 
Ständchen zum 80. Geburtstag
Alle Marienchorsänger, sogar Chorleiter Ferdinand Frings war zum Anlass von Vaals nach Eupen gereist, überraschten am 6. Mai 1976 ihren „Onkel Hubert“ im Eupener Seniorenzentrum Klösterchen und sangen dem lieben Geburtstagskind ein Ständchen. Bei einem Glas Wein wurden in geselliger Runde denkwürdige gemeinsame Erlebnisse in Erinnerung gerufen. Herzlich und froh verbrachten alte Freunde einige angenehme Augenblicke, in deren Verlauf nicht unerwähnt blieb, welch entscheidende Augenblicke Hubert Mommer im Chorleben mitgestaltet hatte, wie vorausschauend und weise seine Dirigentenempfehlung nach dem plötzlichen Tod seines Neffen Willy Mommer war und wie gern gesehen immer wieder seine unangemeldeten Besuche im Probelokal waren.
 
 
Unsere Bildergalerie zum Geburtstagsständchen
 
 
 
 
 
Letzter Vertreter der großen Eupener Chorleiterdynastie
Der Musiker Hubert Mommer, der bei seinen Mitsängern auch wegen seiner menschlichen Warmherzigkeit hochgeschätzt war, konnte außerdem auf ein erfülltes Leben im Dienste Gottes und der Kirchenmusik zurückblicken.
„Onkel Hubert“ Mommer starb am 29. Dezember 1987 im Eupener Seniorenzentrum „Klösterchen“ im hohen Alter von 91 Jahren als der letzte Vertreter der großen Eupener Chorleiterdynastie Mommer.
 
 
Weitere Infos:
 
 
Nicht trauern wollen wir, dass wir ihn verloren haben,
sondern dankbar sein, dass wir ihn gehabt haben.