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1944

1944 – Vier Chorbrüder als Kriegsopfer – Vereinsfahne gestohlen

     
19.-23.02. Eupen, Klosterkirche Gestaltung des „Ewigen Gebetes“
11.03. D-Linz am Rhein Abschied von Karl Wolf > Nachruf (PDF)
09.04. Eupen, Klosterkirche Gestaltung des österlichen Hochamtes
24.05. Eupen, St. Josef Abschied von Chorbruder Jakob Müllender (PDF)
28.05. Eupen, Klosterkirche Gestaltung des Hochamtes zu Pfingsten
18.06. Eupen, Klosterkirche Erstes Mommer-Gedenk-Konzert
     
 
 
Der geschäftsführende Vorsitzende Jean Arends 
schrieb den folgenden Eintrag in das Protokollbuch: Wiederum beenden wir ein Jahr Vereinsgeschichte und es heißt mit neu gesammelten Kräften den kommenden Anforderungen gerecht zu werden.  Lassen wir uns noch einmal kurz Rückschau nehmen auf diese verflossenen zwölf Monate.
 
 
Nur kirchliche Aktivitäten
 
Das Jahr 1944 sah auch den Verein wieder nur  auf kirchlichem Gebiete in Tätigkeit. So wurden zu Ostern und Pfingsten die jeweiligen Hochämter in der Klosterkirche durch die Aufführung der Gruber-Messe mit Orgelbegleitung verschönert. Fastnachten entledigte sich der Verein seiner Verpflichtung im „Ewigen Gebet“ an den vier Tagen in mustergültiger Weise.
 
 
 
Erstes Mommer-Gedenk-Konzert
Nach langer Zeit konnte der Verein auch nochmals in einer Konzertveranstaltung debütieren. Galt es doch einen Beschluss des Vereins Wirklichkeit werden zu lassen, den derselbe anlässlich des Hinscheidens unseres unvergesslichen Meisters Willi Mommer getroffen hatte. Jährlich am Todestage soll nämlich eine Feierstunde abgehalten werden zu Ehren der Toten; dessen finanzieller Erlös einem Fonds zugeführt wird zur Errichtung einer neuen Orgel in der Klosterkirche.
Am 18. Juni 1944 nachmittags fünf Uhr kam es dann in der Klosterkirche zum ersten Mommer-Gedenk-Konzert. Es hatten sich dem Verein für dieses Konzert ein Sängermaterial zur Verfügung gestellt, das jeder Kritik standhielt.  In diesem Kirchenkonzert wirkten ferner ein Damenchor aus Eupen-Herbesthal sowie der Hochwürdige Pater Xhaderius vom Orden der Franziskaner-Mönche am Garnstock und an der Orgel der Sohn unseres lieben Verstorbenen Willi Mommer, der für dieses Konzert Urlaub erhalten hatte.
Diese Veranstaltung war sowohl künstlerisch wie finanziell (Bruttoeinnahmen in Höhe von 411 RM) ein großer Erfolg und gab den Sängern Ansporn für weitere Aufgaben. Anschließend an dem Konzert trafen sich dann die Mitwirkenden alle mit ihren Familien zu einer gemütlichen Zusammenkunft im Hotel Hoven, Werthplatz, von wo man sich mit dem Entschlusse trennte, den Chor auch weiterhin so bestehen zu lassen, wie er auf dem Konzerte war. An dieser Stelle möchten wir nochmals allen, die mit dazu beigetragen haben zum guten Gelingen unseren herzlichen Dank aussprechen.
 
Die nächsten Proben sahen den Chor bei der Einstudierung der St. Cäcilia-Messe mit Orgelbegleitung.
 
Leider aber konnten wir unsere begonnene Arbeit nicht zur Vollendung bringen. Die kriegerischen Ereignisse zwangen uns, die Proben einzustellen. Unsere Vaterstadt erlebte eine kurze und an das Wunderbare grenzende Kriegsphase und war wieder zur Freiheit zurückgekehrt durch den Einmarsch der alliierten Truppen.
 
 
 
Vier gefallene Chorbrüder
 
Durch dieses Geschehen erhielt der Verein wiederum einige Mitglieder, die bei der Wehrmacht eingezogen waren wieder frei. Leider hatte der Verein auch wiederum einige Sänger verloren durch Tod. Und zwar die Sängerfreunde Jakob Müllender (PDF), Jos. Carrée, Jos. Förster und Leo Carée. Der Verein wird sich ihrer stets erinnern und ihrer im Gebete gedenken. Mögen sie ruhen in Frieden. Die noch immer in der Umgebung anhaltenden kriegerischen Ereignisse ließen es dann nicht mehr zu, dass wir unsere Proben fortsetzten. Ja, es war sogar unmöglich, zu Weihnachten das alljährliche Hochamt abzuhalten.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Vereinsfahne gestohlen
Unser Wille an den Wiederaufbau mitzuarbeiten kann uns auch nicht durch den harten und bitteren Verlust unserer Vereinsfahne genommen werden, die bei den unnatürlichen Umständen, die hier herrschten, gestohlen wurde. Im Gegenteil: es soll uns nur Ansporn sein in der Bestrebung zur Anschaffung einer neuen vielleicht noch schöneren Vereinsfahne.
 
 
 
 
 
So beendete der Verein dann das Geschäftsjahr 1944 zwar nicht mit Sang und Klang, aber mit der schönen Zuversicht, dass die kommende Zeit für uns wohl Besseres bringen werde. So wollen wir das Jahr 1945 geeint beginnen und in der frohen Hoffnung in die Zukunft blicken auf das es uns das Jahr der Erfüllung und des Friedens werde. Das walte Gott!
 
Gemacht zu Eupen, am 15. Juli 1945
Gez. Jean Arends, geschäftsführender Vorsitzender
 
 
Angebot des Chores an die Verwundeten oder sonstigen amerikanischen Truppen
Am 26. Oktober 1944 verfasste der geschäftsführende Vorsitzende des Vereins, Jean Arends, ein Schreiben an den „Herrn amerikanischen Kommandanten der Stadt Eupen“. In diesem Schreiben bot er im Namen der Chorbrüder an, für die „Verwundeten oder sonstigen amerikanischen Truppen katholischer Profession“ sonntags in der Klosterkirche am Rathaus jeweils ein Hochamt zu singen. Desweiteren bot er gesangliche Darbietungen in den Lazaretten an. Lesen Sie weiter (PDF)